Die seriöse Auseinandersetzung mit der Dauer des Wehrdienstes und damit eng verknüpft auch des Wehrersatzdienstes (Zivildienstes) ist notwendig, weil sich die wehr-/sicherheitspolitischen Anforderungen, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und die Lebensrealitäten junger Menschen in den letzten Jahren in unserem Land deutlich verändert haben.
Gleichzeitig hält der Präsident des Österreichischen Kameradschaftsbundes, Bundesratspräsident i. R. Ludwig Bieringer fest: „Die Diskussion darf sich nicht allein an organisatorischen oder budgetären Fragen orientieren. Der Wehrdienst bzw. Zivildienst ist mehr als eine Zahl an Monaten. Sie sind ein zentraler Bestandteil der Umfassenden Landesverteidigung und Sicherheitsvorsorge, der glaubhaften Sicherstellung unserer Neutralität und Souveränität, der Katastrophenhilfe und des gesellschaftlichen Zusammenhalts, der von Regeln, Respekt und Verantwortung über alle ideologischen Positionierungen hinweg getragen wird.“
Aus Sicht des Österreichischen Kameradschaftsbundes braucht das Bundesheer vor allem eines: Verlässlichkeit und Wertschätzung. Unsere Soldaten, Milizangehörigen und Grundwehrdiener müssen ausreichend Zeit haben, um ihre Fähigkeiten bestmöglich zu erlernen und ihre Aufgaben verantwortungsvoll auszuüben. Halbherzige Lösungen helfen niemandem, weder der Truppe noch der Bevölkerung, die im Ernstfall auf sie angewiesen ist. Hier hat die Bundesheer-Reformkommission, insbesondere mit ihrem empfohlenen Modell „Österreich Plus“ klar Stellung bezogen und einer wiederholten Forderung des Österreichischen Kameradschaftsbundes Rechnung getragen.
Wir erwarten daher, dass die politischen Entscheidungsträger das einstimmige Ergebnis der Bundesheer-Wehrdienst-Kommission mit ihren zukunftsweisenden Empfehlungen umgehend in ein Gesamtkonzept für ein rasch einsetzbares und verteidigungsfähiges, personell optimal aufgestelltes und gut ausgebildetes sowie gesellschaftlich anerkanntes Bundesheer einbetten und dabei auch eine zukunftsfähige Zivildienstleistung im Rahmen der Zivilen Landesverteidigung mitberücksichtigen.
„Sicherheit ist keine theoretische Größe. Sie beginnt bei den Menschen, die wissen, was sie tun, und die spüren, dass ihr Dienst respektiert wird. Dafür wird sich der Österreichische Kameradschaftsbund weiterhin klar, konstruktiv und partnerschaftlich einsetzen“, so Präsident Bieringer.
